Vom Werden des Seins

Ein  Gastbeitrag von Dr. Ici Wenn, mit einem Vorab-Auszug seines neuen Werkes „Vom Gefühl der Welt – Anthroposophie heute“
Wir kommen nun zu einem schwierigen Abschnitt. Das Werden im Sein. Ein Sinnbild für das Werden im Sein ist die Gurke. Als Keimling grün, als reife Frucht ebenso. Trotzdem hat sie eine Wandlung erfahren, sie ist im Sein geworden. In steter Wandlung zu verharren, im Gleichen Vieles zu sehen, bleiben und zu gehen. Das kategorische Maß dieser Streuung ist der Sinn, der sich vertikal ausbreitet. Er ist nicht fassbar, nur an den Enden. Dort, wo er kristallisiert, bilden sich Sinnketten. Das Sein des Sinnes ergibt sich daraus unmittelbar. Wir fügen Dingen Sinn zu, indem wir sie Benutzen. So ist die Gurke sinnlos, solange wir sie nicht zur Reifung bringen, solange wir sie nicht ernten. Dieser materielle Aspekt ist unmittelbar der Schlüssel zum Sinn und Sein, das gewordene drückt das Gewollte aus, welches sich aus dem Willen speist, nein gespiesen hat. Steiner meinte in einem Gespräch mal sinngemäß: “Nicht jede Gurke muss zur Essiggurke werden.” Man versteht diesen eher banalen Satz, wenn einem klar ist, wie singular Schwingungen sein können, wenn man weiß, dass Dopplereffekte sich zwar auf das Materielle, nicht aber das Geistige ausrichten. So sind zwei Gurken zwar mehr als eine, aber das Wesen und Werden der Gurke sind davon unberührt.

In Akasha 5.42b lesen wir: Die Varianz des Polaren erschließt sich über die Tripolarität. Genauer betrachtet ist dies ein Sinnbild für Vieles, von dem das Meiste unbewusst ist. So ist, um bei unserem Beispiel zu bleiben, Gurkensalat nur eine Möglichkeit der Sinngebung im Werden. Wir werden zum Sinn gezwungen, ein Sein ohne Werden ist nicht möglich, so wie Werden ein Sein an sich bedingt. Der Regress auf das Einfache, Einleuchtende ist nur in der stillen Betrachtung der sinngebenden Entität möglich, das Wollen im Sein ohne Widerspruch festzustellen, Gurken sind grün.

Ich möchte mit einer kleinen Meditation schließen:

Gu. Gu. Gu.

Gur, gurr, gurrr, gurrrr!

kekekekekekekekekeke.

Kash! Aka! Kasaka.

Gur ke -ke Gur kasha kaka.

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Published in: on Oktober 2, 2010 at 3:08 pm  Comments (4)  

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4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Lieber, Liebster Ici,

    Ich glaube, ich spinne. Ich habe seit Jahren davon geträumt eine Gurke zu sein und ich fühlte mich in diesen Träumen so unheimlich wohl. Ich traute mich nie darüber zu sprechen. Nun weiß ich endlich, dass meine Träume einen wirklichen Sinn hatten 🙂

    Danke, Da – nke, Dan – ke, Dank – e ….

    Dein dich liebendes Gürkchen

    Ich werde mich nun nicht mehr verstecken.

  2. Da kann was nicht stimmen. Gurken sind bipolar, nicht tripolar. Und sie sind auch nicht grundsätzlich grün. Bananen zum Beispiel sind gelb.

    • Lieber Lars Fischer,
      die Immanenz der Behauptung ist kein Beweis. Schon Steiner sagte: „Der dritte Pol ist stets versteckt.“ In Akasha sieht man deutlich: Der dritte Pol der Gurke ist eine Dimension höher, nicht sichtbar aus zweipolarer Welt. Nicht alles, was es nicht gibt, muss es nicht nicht geben!

      Ihr Dr. Wenn

  3. unter diesem Aspekt habe ich mein Leben bisher noch nicht gesehen und werde mich ab sofort nur noch von Gurken ernähren. Mein einziges Dilemma ist, das es so viele Sorten gibt. Geistig bin ich ja eher eine Schlangengurke, fühle mich aber eher oft als Cornichon oder Salatgurke… Ausser im Freibad im Sommer, da bin ich ganz klar eine Seegurke!
    Also ich werde diesen weisen Blog mal verlinken, auf das auch andere aus meiner kleinen Gemeinde teilhaben an deiner Weisheit!


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