Größen des Werdens

Beitrag von Dr. Ici Wenn

In vielerlei Hinsicht, da mir Kritik zukam und ich diese als ernst
betrachtete, muss ich meine Position aus einer anderen Sicht
versuchen, in ihrem Umfang darzustellen. Die Brüche im Sein sind in sich kein Grund, das Wesen zu bezweifeln. Es ist der Zweifel am
Zweifel, welcher uns die Sicherheit ders Wissens gibt. Dies ist eine
Botschaft an die, die nicht nur verstehen, sondern das Verstehen
verstehen. Der Sinn ist in sich, träge Worte können versuchen ihn zu beschreiben, aber kein Wort ist Sinn. Sinn wird durch ihn selbst veliehen, auch an das Wort.

Das Ganze ist im Kleinen, und das Große im Ganzen. Dies zu sehen, ist keine Kunst, sondern eine Begabung, zu der wir geführt werden. Nichts ist dort, wo es war. Und alles wird dort sein. Das bezeichne ich als Konsulation, die persönliche Fähigkeit, im Irren das Richtige zu sehen. Quästola ist der Überbegriff dafür. Situationen als solche
nicht nur zu begreifen, sondern in ihnen zu handeln, das Geschick in
unsichtbare Hände zu geben, die sich dadurch manifestieren und Träumen dadurch die Realität des Unwirklichen verleihen. Dadurch können wir das Sein im Sein begreifen.

Unausgesprochen ist der Zweifel da, dem wir stets begegnen müssen. Diesem Zweifel muss man ins Auge blicken, Aber der Zweifel hat viele Augen, welches soll man nehmen? Das kleinste, das größte? Nein, das Auge der Wahrheit ist das unscheinbare, das schöne, aber nicht das schönste, das große, aber nicht das größte, das kleine, aber nicht das kleinste. Es ist dort, wo wir sind, unaufdringlich und umfänglich, zugegen und in dürrem Sinne konsequent. Unmeinend körperlich königlich meinend.

So will ich nun schließen in meiner Botschaft, Ich habe die Ehre, in
der Akashachronik lesen zu dürfen und möchte mit Rudolf Steiner
schließen: Wo man isst, ist man, und wer isst, ist.

Dr. Ici Wenn

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Published in: on Januar 14, 2010 at 9:19 am  Comments (7)  
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7 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. … bleibt vielleicht noch zu ergänzen: Was man isst, das ist man.

    Höre Rudolf Steiner und die Kartoffel:

    „Also sehen Sie, während wir beim Menschen vom Bauch zum Kopf gehen müssen, von unten herauf, müssen wir bei der Pflanze den umgekehrten Weg machen, von der Blüte zu den Wurzeln. Die Wurzel der Pflanze ist mit dem Kopf verwandt. Wenn wir das bedenken, wird uns gewissermaßen ein Licht aufgehen über die Bedeutung der Kartoffel. Denn die Kartoffel, die hat Knollen; das ist etwas, was nicht ganz Wurzel geworden ist. Man ißt also, wenn man viel Kartoffeln ißt, vorzugsweise Pflanzen, die nicht ganz Wurzel geworden sind. Wenn man sich also beschränkt auf das Kartoffelessen und zu viel Kartoffeln ißt, kriegt man nicht genug in den Kopf hinein. Es bleibt unten in dem Verdauungstrakt. So daß es also so ist, daß mit dem Kartoffelessen die Menschen in Europa ihren Kopf, ihr Gehirn vernachlässigt haben. Diesen Zusammenhang sieht man erst, wenn man Geisteswissenschaft treibt. Da sagt man sich: Seit in Europa diese Kartoffelnahrung immer mehr und mehr überhand genommen hat, seit der Zeit ist der Kopf der Menschen unfähiger geworden.“

    Rudolf Steiner, „Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen – Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt“, GA 350, Elfter Vortrag, Dornach, 18. Juli 1923, S. 203f

    Der gesamte beeindruckende Vortrag:

    http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=3719:elfter-vortrag-dornach-18-juli-1923&catid=248:ga-350-rhythmen-im-kosmos-und-im-menschenwesen&Itemid=19

  2. Welch tiefe Geistige Einsichten uns Rudolf Steiner über die Kartoffel hinterlassen hat, dokumentiert die Anthroposophin Regina Reinsperger, siehe Ihren Kommentar zu „Ätherisches Gehirn“:

    http://www.egoisten.de/files/brain.html

    „Regina

    Lieber Gast,

    wenn Du Dich in der Geschichte etwas auskennen würdest, würdest Du wissen, dass zu Steiners Zeiten Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts, sehr viele Leute aus dem Großstadtproletariat sich außer Kartoffeln nichts anderes zu esssen leisten konnten – auch das Brot war zu teuer, an Gemüse oder Obst war nicht zu denken und auch Bratkartoffeln gabs nur am Monatsanfang, ab Mitte des Monats gabs dann Pellkartoffeln pur. Dadurch ergab sich eine einseitige Mangelernährung, da die Vitamine des Obstes und des Gemüses fehlten. Eine Mangelernährung beeinträchtigt u.a. auch die Gehirnfunktion. Im Archipel Gulag wurde dieses Wissen geziehlt eingesetzt: Regieme-Kritiker erhielten eine bestimmte vitaminarme Mangelernährung, die die Gehirnfunktion schwer beeinträchtigte. –
    Die Kartoffel wurde ja erst zur Zeit Friedrich des Großen in Preußen eingeführt und ohne diese neue Nahrung (gegen die die Bauern sich angfangs heftig wehrten), hätte die arme Bevölkerung die kriegsbedingten Hungersnöte des 18. und 19. Jahrhunderts nicht überstanden: also auch da eine einseitige Ernährung.

    Wir hingegen essen heute 1-3 Kartöffelchen als Beilage zu Gemüse und Fleisch, erleben also diese Art des Kartoffelessens, von der Steiner sprach und die seine Zeitgenossen selbstverständlich kannten, hier in Europa nicht mehr. Man muss solche Aussagen Steiners also auch immer im historischen Kontext beurteilen – die Kritiker fordern es doch immer.

    2 days ago, 23:37:19 MEZ“

  3. Was man isst, das ist man.

    Ach ja, wird man dann zur Kartoffel oder gar zum Brot. Genausowenig wie wir auch die Summe unserer Einzelteile sind.

    Erst denken, dann schreiben.

  4. Sinn, Gestalt und Quästola sind nur als direktives Mittel der umfassenden arimanischen Gestalt fassbar. Leider wird das hier bei der Kartoffel nicht berücksichtigt. Gestalt gründet auf dem Glauben der Wesenheit.
    Weniger ist nicht mehr, sondern verschieden, so wie es verschiedene Kartoffelsorten gibt. Was im Acker zur Luft, zum Himmel wächst, will stets das Gleiche und erreicht dadurch die Unterschiede. Das Prinzip Steiners – alles in mir und sonst nichts – basiert auf dieser Erfahrung. Liebe Freunde, gebt dieser Erfahrung Platz, lasst sie geschehen und etwas Neues wird euch erscheinen. Auch wenn es nur eine Kartoffelsorte ist!

  5. Tja, das Leben kann so einfach sein, mann muss nur glück haben.

  6. Krass! Hätte ich garnicht gedacht…

  7. Ich denke das ist eh nur ne Modeerscheinung.


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